
El fútbol a sol y sombra
Fußball ist ein Modell der Individualgesellschaft. Es verlangt Initiative,
Kompetenz und Auseinandersetzung. Aber es wird vom ungeschriebenen Gesetz
des Fairplay geregelt.
Antiono Gramsci
Fußball ist mehr als nur ein Sport in dem 22 Menschen hinter einem Ball her rennen. Dazu ist seine Geschichte zu vielfältig, reich an Mythen, schönen und hässlichen Anekdoten. Vor allem hat der Fußball in seiner Geschichte sich sehr verändert, bis zum heutigen Profifußball, in dem an erster Stelle kommerzielle Interessen von Konzernen stehen und der aufgrund dieser auch stilistisch an Reiz verloren hat.
Dieses Jahr findet wieder eine Weltmeisterschaft statt und es ist zu erwarten, dass sie eine noch perfektere mediale Inszenierung wird, als alle bisherigen (lustig auch der sog. Setz-Trick, den bundesligaskandal vermutet). Auf der offiziellen Homepage (fifaworldcup.yahoo.com) findet man schon an die 20 Hauptsponsoren, von Mastercard ("Pele's perspective") über Budweiser bis zu McDonalds. Die FIFA setzt Milliarden um, und das steht schließlich auch im Vordergrund, da tut ihnen der Konkurs ihrer eigenen Vermarktungsgesellschaft ISL nicht weh (s. "Das Milliardenspiel. Fußball Geld und Medien" von Thomas Kistner / Jens Weinreich, Fischer Taschenbuch-Verlag). 1994 sagte der damalige FIFA-Präsident Havelange in einer Rede, er könne versichern, dass das "finanzielle Aufkommen des Fußballs auf der Welt jährlich ... 225 Millarden Dollar erreicht".
Gleichzeitig gibt sich die FIFA vordergründig unpolitisch oder auch gleichgültig gegenüber dem was in ihren Mitgliederstaaten passiert. So boykottierte die UdSSR in der Qualifikation zur WM 1974 ein Spiel in Chile, das in einem Stadion angesetzt war, das vorher als Lager für Dissidenten verwendet worden war. Die FIFA hatte für eine solche Haltung kein Verständnis und die UdSSR musste 1974 zuhause bleiben.
1978 fand die WM dann im unter der Militärdiktatur stehenden Argentinien statt. In dem Bildband, den ich als Neunjähriger geschenkt bekam, und der diese Weltmeisterschaft dokumentiert, findet sich noch nicht einmal eine Erwähnung der dortigen politischen Situation. Stattdessen wird die Leserin mit malerischen Bildern und Erzählungen der Gaucho-Romantik abgespeist. Genauso sieht es auf den entsprechenden FIFA-Seiten aus, die die Geschichte der Fußballweltmeisterschaften dokumentieren. Kein Wort über die Militärdiktatur von 1978 oder auch die Herrschaft Mussolinis in Italien 1934 (angeblich schickte der vor dem Finale 'seinen' Spielern eine Nachricht "Siegen oder sterben!") Da lohnt es sich, mal einen Blick in andere Werke zur Fußballgeschichte zu werfen, wie Dietrich Schulze-Marmelings und Hubert Dahlkamps "Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaften".
Hier eine Erzählung zur ersten Fußballweltmeisterschaft in Uruguay 1930 und einige Bilder zur Geschichte des Fußballs aus Eduardo Galeanos Buch
bei philosophyfootball.com gibt's Trikots der Spieler Gramsci, Marx, Luxemburg und anderer Stars.
einige Links zum Thema:
The Shot That Passed Right Through The Net
Bundesligaskandal
Site von Günther Koch, dem großartigen Radiokommentator
11Freunde. website für Fußballkultur
womensoccer.com. grosse Site über Frauenfußball
Bündnis aktiver Fußballfans
Rudi Gutendorf: der Ball ist ein Hund
Xenix: Fußballfilme