Auf die Gefahr hin missverstanden zu werden. Wie sich Proteste ändern.

Anlass meines Kommentars ist die Welle der Solitarität von Kunst und Kulturschaffenden, die vor allem gegen die Schließung des von der Stadt betriebenen Salzamts auf die Straße gehen.

Hätte es die Kulturentwicklung so wollen, dass ein Salzamt durch die freie Szene selbst betrieben werden hätte können und jetzt geschlossen werden müsste, wäre mein persönliches Engagement bei einem Protest um vielfaches höher.

Denn wie es andere selbstorganisierte Initiativen der Stadt beweisen, ist es möglich im Verhältnis mit wenig Geld erfolgreiche Projekte auf Dauer zu betreiben.

Dass das Vorhaben nach relativ kurzer Zeit und hohen Umbaukosten geschlossen werden soll, zeugt von einer gewissen Ratlosigkeit der Politik, der man in diesem Zusammenhang auch vorwerfen kann, sich schon zur Zeit der Entstehung nicht richtig ausgerechnet zu haben, was so ein Betrieb auf Dauer kosten wird. Sparen in der Kunst und Kultur ist ja kein neuer Trend sondern ein anhaltender – zumindestens was die Ausgaben an die freie Szene betrifft.

Bei zu hohen Ausgaben und der drohenden Schließung kann es sich vermutlich „nur“ um Instandhaltungskosten, Betriebskosten und Personal handeln, denn die meist neuen Selbständigen der freie Szene, die für einen Hungerlohn Programm generieren, waren offensichtlich froh, sich nicht auch noch selbst um eigene temporäre oder dauerhafte Räumlichkeiten kümmern zu müssen? Die Stadt daran zu erinnern, dass es möglich sein sollte Räume zwischen zu nutzen hat bisher meines Wissens ja nicht so gefruchtet. Ist auch blöd, wenn alles irgendwelche Immobilien-Haien gehört.

Der Verlust für Studierende der Linzer Kunstuniversität, wird sich so denke ich in Grenzen halten, denn die Kunstuni sollte ja selbst in der Lage sein Ausstellungsräumlichkeiten für Studierende zur Verfügung zu stellen.

Alles in allem leider eine armseelige Entwicklung zur Kleinstadt, die zwar bei sich selbst zu sparen beginnt, aber wieder einmal das falsche Ressort angreift.

Kein Wunder, dass viele die was am Kasten haben die Stadt verlassen werden. Selbst ich denke mir, ob St.Pölten für mich in Zukunft nicht mehr Entwicklungspotential aufweist!